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Vier Tage Woche

Nachdem ich nun schon am Freitag vom Frei-Tag zu sinnieren begann, bin ich sehr schnell zu einer Beispielrechnung gekommen, die lediglich eine Demonstration darstellen soll, um der Gedankenflut ein wenig Futter zu geben und die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Gehen wir von 250 Arbeitstagen pro Jahr aus und einem Nettolohn von 2000 €, was ungefähr dem Durchschnittseinkommen in der BRD entspricht.

Das sind 50 Arbeitswochen a 5 Tage. Jeden Freitag frei zu haben, würde also 200 Arbeitstagen entsprechen und dementsprechend 1/5 des Monatsnettoeinkommens weniger. Hier landen wir demnach bei 1600 € pro Monat. Uns würden also 400 € pro Monat oder 4800 € pro Jahr durch die Lappen gehen, wenn wir eine Vier Tage Woche hätten. Das ist ungefähr der Betrag des Arbeitslosengeld 2 / Sozialhilfe / Harz 4. Ein Sozialhilfeempfänger bekommt demnach im Monat also Geld im Wert von ca. 4 mal einem Wochenarbeitstag eines Arbeiters. (Weitere Sozialleistungen der Gesellschaft wie Wohngeld etc. sind hier nicht berücksichtigt.)

Jetzt müssen wir uns überlegen, wie wir dieses Freitags-Defizit ausgleichen könnten, um den Hartz 4 Regelsatz auch zu bekommen und trotzdem nur 4 statt 5 Tage arbeiten gehen zu müssen.

Sicher, der einfachste Weg wäre es, wenn man einen staatlichen Ausgleich dafür bekommen würde, den Millionen Sozialhilfeempfänger ja auch Monat für Monat auf ihrem Konto sehen, ohne jedoch vorher vier Tage gearbeitet zu haben. Oder aber die Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich, was tatsächlich in einigen wenigen Unternehmen bereits Realität ist. Da unsere Beispiel-Firma leider keine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohn anbietet und wir nicht auf die Sozialhilfe-Schiene abgleiten wollen, sondern den aufrechten und freiheitlichen Weg gehen, wo wir der Gesellschaft nicht auf der „Tasche“ liegen, können wir mal schauen, ob es nicht noch andere Wege gibt.

Eines ist schon mal sicher. Das Privileg einer Vier-Tage-Woche für den Arbeiter muß mühsam erarbeitet und vorbereitet werden, wenn man das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen weiter beziehen will und dafür 50 Frei-Tage im Jahr haben möchte.

Damit ein Harz 4 Empfänger oder der Vier-Tage-Woche Arbeiter zu seinen 400 € im Monat kommen, müssten nach Adam Riese 100.000 € angespart werden und das Geld müsste mit 4,8 % Rendite im Jahr angelegt werden, um das Defizit auszugleichen. Das klingt viel und lässt einen sogleich von dem Gedanken abkommen es jemals aus eigener Kraft zur Vier-Tage-Woche zu schaffen, wenn man monatlich mit 2000 € Netto sein Leben bestreiten muß.

Dazu mal eine kleine Auflistung von beispielhaften Fixkosten

Miete Wohnung / Garage700 €
Strom100 €
Gas100 €
Internet / Telefon30 €
Handy30 €
PKW Steuern / Versicherung / TüV / Autoclub70 €
Versicherungen Haftpflicht / Hausrat / Unfall etc.120 €
Vereine Sport / Musik / Bücher / Zeitschriften etc30 €
Unterhaltung GEZ / Kabelfernsehen / Bezahlfernsehen40 €
Gewerkschaft oder andere Mitgliedschaften30 €

Wie man in dieser kleinen Aufzählung sieht, kommt man schnell auf monatliche Fixkosten von 1250 €.

Da bin ich noch keinen Meter mit dem Auto gefahren, bin nicht im Kino oder im Zoo gewesen. Habe mir keinen Kneipenbesuch gegönnt, bin nicht im Theater oder auf einem Konzert gewesen. Habe den Friseursalon nur von außen betrachtet. Und meine ausgetretenen Schuhe und Klamotten sind auch schon älter als 2 Jahre.

Der Urlaub findet mal wieder auf Balkonien oder in Gartanien statt und ich bin immer noch hungrig und durstig.

Das alles möchte von den verbleibenden 750 € im Monat bezahlt werden und ich muß dann auch noch was zurücklegen, damit ich im Schadensfall mein Auto in die Werkstatt bringen oder mir eine neue Waschmaschine kaufen kann, da der Waschsalon seit 20 Jahren geschlossen ist. Wie soll das also von 2000 € im Monat möglich sein?

Wenn man nun den Vergleich zieht, zwischen dem, der 5 Tage die Woche für 2000 € stempeln geht und dem Sozialhilfeempfänger der zu Hause sitzt, seine Wohnung und weitere Dinge des täglichen Bedarfs bezahlt bekommt und obendrein noch Geld für Zigaretten hat, dann darf man sich durchaus die Frage stellen, ob sich Arbeit in der Bundesrepublik überhaupt noch auszahlt oder ob vielleicht doch bald alle ein bedingungsloses Grundeinkommen haben sollten.

Aber ich schweife ab…

Wenn es einfach wäre, sich ein angenehmes Leben mit einer Vier-Tage-Woche zu machen, dann hätten die Menschen Diese wohl schon längst. Doch Disziplin, Ideenreichtum, eine gute Auswahl der Geldanlage und Durchhaltevermögen könnten der Schlüssel dazu sein. Natürlich kann auch Glück dazu beitragen, aber wie der Zufall auch, sind beide nicht wirklich vorhersehbar und müssen hier außen vor gelassen werden.

Die Frage ist, wie kommen wir zu den bereits oben genannten 100.000 € wenn wir 2000 € Netto im Monat haben? Und wie lange brauchen wir dazu? Ist es überhaupt möglich? Oder lassen wir es bei derartigen Summen besser gleich bleiben? Hier wird wohl jeder seine eigene Meinung haben, die sicherlich davon geprägt ist, wie und wo er aufgewachsen ist und welche Beziehung er zum Geld an sich hat.

Dynamitgeco

Frei-Tag

Der Fastwochenendetag Freitag, der auch als kleiner Samstag bezeichnet wird, weil viele Arbeiter ihn gerne bereits Mittags ausklingen lassen, bekommt eine besonders angenehme Komponente, wenn man ihn beim Worte nimmt und einen Frei-Tag daraus macht.

Den Erholungsurlaub mit einem Frei-Tag einzuleuten, an dem man bereits ausschlafen kann und das Frühstück erst gegen Mittag zu sich nimmt, ist eine Wohltat für Körper, Geist und Seele.

Der durchgetaktete, stressige Arbeitsalltag wird vorzeitig unterbrochen und man erhält so eine direkte unbewusste oder je nachdem wie bewusst man lebt, auch eine bewusste positive Rückmeldung von der oben genannten Trinität.

Über 10 Stunden Schlaf in der ersten Nacht zeigen mir deutlich, daß der Urlaub dringend nötig war.

Wenn ich darüber nachdenke, stellt sich mir die Frage, warum ich fünf und nicht vier Tage die Woche arbeite. Klar, das liebe Geld trägt sicherlich seinen Teil dazu bei. Aber was bräuchte es, wenn man eine vier Tage oder auch eine 30 Stunden Woche umsetzen wollte, ohne dabei Lohneinbußen hinnehmen zu müssen?

Wäre es wünschenswert? Die Aufteilung von Arbeitszeit und Freizeit würde zumindest gleichmäßiger verteilt werden.

Wie man sieht, regt so ein Frei-Tag schon mal ganz gerne dazu an, etwas nachzudenken.

Einen erholsamen Frei-Tag wünscht

Dynamitgeco

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