Archiv für den Monat Februar 2013

Neue Brücken braucht das Land

Die Leverkusener Rheinbrücke, über welche die Bundesautobahn A1 führt, ist beschädigt und muß erneuert werden.

Was soll nun da entstehen, wo bislang hauptsächlich der Fernverkehr und nicht etwa der Regionalverkehr drüber geleitet wurde? Eine neue Rheinbrücke, die noch breiter ist? Mit gar 12 Fahrspuren? Dazu die A1 vor und hinter der Brücke noch ein paar meter breiter machen, um noch größere Schneisen durch die Stadt und in die Landschaft zu ziehen? Das hört sich nach wirklich tollen und wohlüberlegten Aussichten für die Menschen in Leverkusen an! Die Bürger der Stadt werden von einer breiteren Autobahn womöglich noch gestresster sein, aber hauptsache der Fernverkehr kann, am besten noch ohne viel Geld in den lästigen und teuren Lärmschutz zu investieren, ungehindert durch die Stadt donnern und wir können die Abgase der vorbeifahrenden LKW einatmen. Wenn wenigsten die Antriebstechnik der vielen Fahrzeuge in Deutschland endlich Fortschritte zu einer umweltfreundlicheren Lösung zeigen würde… aber das ist ein anderes Thema.

Ich muß sagen, daß mich persönlich eine Tunnellösung am meisten gefreut hätte. Dazu jedoch eine kleine Brücke (Vielleicht sogar an der Stelle wo jetzt die Rheinbrücke ist) die Leverkusen und Köln verbindet. Vor allem für die Radfahrer und Fußgänger wäre das eine gute Lösung. Zudem kommt noch Folgendes: Eine kleine private Umfrage, welche sich über einen gewissen Zeitraum und mehrere verschiedene Kreise erstreckte ergab, daß so gut wie jeder mindestens einen, wenn nicht sogar mehr Menschen kennt, die ein Auto haben, es sogar täglich benutzen, jedoch Angst davor haben über die Autobahn zu fahren. Diesen Aspekt möchte ich ganz gerne mal hier in dem Text festgehalten wissen um darauf hinzuweisen, daß eine Straße, so breit sie auch sein mag, noch lange nicht jedem etwas nützt. Eine Tunnellösung + Brücke ist zwar eine sehr kostspielige Sache, würde aber gleichwohl die besten Auswirkungen auf Land und Leute haben. Den größten Nachteil für die Verkehrsteilnehmer sehe ich jedoch gleichzeitig auch in der Tunnellösung. So ist es glaube ich, jedem Autofahrer ein Graus, wenn es sich dann doch mal stauen sollte, und er in einem Tunnel steht.

Eine weitere Möglichkeit die A1 über den Rhein zu führen und dabei wesentlich mehr Menschen über den Rhein zu leiten als es jetzt der Fall ist, wäre eine doppelstöckige Autobahn. Die Idee ist gar nicht so weit her geholt, denn vor gut 12 Jahren, sah ich solch ein Bauwerk zum ersten mal in Bangkok (Thailand). Wenn mich nicht alles täuscht, wurde die dopplestöckige Autobahn, welche damals noch nicht ganz fertiggestellt war, sogar von einer deutschen Firma gebaut. Sie sollte die darunter ligende Autobahn auf dem Stück Bangkok-Pattaya entlasten. Der Clue an der Geschichte ist der, daß der untere Teil der Autobahn frei befahrbar war, die Benutzung der oberen Strecke jedoch Geld gekostet hat. Das mag sich vielleicht im ersten Moment wie eine 2 Klassen Autobahn anhören, soweit ich weiß wurde der Bau des oberen Abschnittes jedoch so lediglich finanziert und sollte, so dann er abbezahlt ist, für alle PKW Fahrer sowie KRAD frei gegeben werden. LKW waren aus Sicherheitsgründen, nicht für die obere Fahrbahn zugelassen.
Es kostete zwar ein paar Baht, doch man konnte oben wenigstens zügig und ohne Stau von A nach B gelangen, was sich bei wichtigen Terminen durchaus lohnen kann. Diese doppelstöckige Autobahn könnte z.B. Unten den Regionalverkehr (Auch ÖPNV per Bus) sowie Fußgänger und Radfahrer entlangführen und oben die Autobahn. denkbar wäre natürlich auch ein Schienengebundenes System unten. Schon vor dem Ausbaubeginn des Kölner Autobahnrings,  kam ich mit einem der Unterschriftensammler für den Ausbau des Rings in ein Gespräch über diese Art der Verkehrsführung.  Damals schien die Zeit noch nicht reif dafür zu sein, neue Wege zu gehen.

Kommen wir nun zu einem Vorschlag der ÖDP.  Hier wurde vorgeschlagen Gleise über den Rhein zu ziehen und die KVB Linie 12 von Köln bis nach Leverkusen /Wiesdorf zu verlängern. Ich bin nun kein Nostalgiker, der diese konventionelle Art des Reisens unbedingt mag. Ich finde jedoch den Aspekt, eine öffentliche Nahverkehrsverbindung zu schaffen, gar nicht so schlecht. Schienengebundenen öffentlichen Nahverkehr jedoch, sehe ich nicht unbedingt als das richtige Mittel an. Nachdem dieser Vorschlag gemacht wurde, bekam ich auch schnell die Information, daß es schon mal eine ÖPNV Verbindung über die Rheinbrücke gegeben habe. Ich recherchierte einwenig und es stellte sich heraus, daß es tatsächlich mal eine temporäre Sonderlinie zur damaligen Landesgartenschau 2005 in Leverkusen gab. Diese Verbindung war allerdings tatsächlich lediglich eine Verbindung, welche die Menschen von der linken Rheinseite zur LaGa und zurück kutschieren sollte. Nicht mehr und nicht weniger. Daß eine solche Linie nicht unbedingt den Anreiz schafft, daß die Bürger sie auch stark nutzen, ergibt sich aus den angefahrenen Haltestellen, dem sonder Preis, sowie den Zyklen pro Stunde. Zudem stellt sich die Frage, warum der Steuerzahler die Kölner Verkehrsbetriebe bei solch einem unterfangen unterstützen sollte. Wenn die KVB ein interesse daran hätte, wäre eine solche Verbindung zumindest schon mal im Gespräch gewesen? Mal ganz davon abgesehen, daß Schienengebunden Fahrzeuge nicht gerade einfühlsam mit dem umgehen, der mal einen Fehler im Straßenverkehr macht. Ich möchte nicht mit der Kölner Bimmelbahn kollidieren sei es nun als Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer oder Autofahrer. Zudem kommt die Gefahr der Gleise an sich. Ich kann mir vorstellen, daß gerade Zweiradfahrer, in der Straße verlegte Gleise lieben müssen. Denn Gleise sind nicht nicht nur bei Regen eine Gefahr, nein auch wenn es trocken ist, sollte man den Winkel tunlichst gut berücksichtigen, bevor man sein Zweirad über Selbige rollen lässt. Vielleicht sollte man eine ÖPNV Verbindung mal über einen gewissen Zeitraum testen, um zu sehen, wie viele Menschen eine Verbindung von Leverkusen über Merkenich nach Köln-Innenstadt überhaupt nutzen würden. Es gibt ja bereits einige Möglichkeiten per Schienenverbindung und auch mit dem Bus von Leverkusen nach Köln zu kommen.

Wie dem auch sei, es sollten zumindest alle möglichen Lösungen durchgedacht werden, um dann die Beste davon auszuwählen.

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