Archiv für den Monat Februar 2017

Die Schere zwischen Arm & Reich

Den Satz „Die Schere zwischen Arm & Reich klafft immer weiter auseinander“ hört man immer mal wieder in populistischen Reden diverser Politiker (Vor allem von SPD & Die LINKE) & Gewerkschaftsvertreter. Den vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte gehört mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögen, wie aus dem Armutsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Der Anteil des obersten Zehntels stieg demnach in den vergangenen Jahren immer stärker an. Die Haushalte in der unteren Hälfte der Verteilung verfügen also nur über gut ein Prozent des gesamten Nettovermögen.

Das mag vielleicht oft gemeint sein, wenn man davon spricht, daß die Schere zwischen Arm & Reich immer weiter auseinander geht.

Jetzt möchte ich aber zu genau diesem Punkt einfach mal ein kleines Fallbeispiel bringen. Brechen wir diesen Satz der Populisten doch einfach mal auf genau das herunter, was da steht.

Die Schere zwischen Arm & Reich klafft immer weiter auseinander.

So schaut es vor der Tarifverhandlung aus:

Ein Arbeiter X eines Unternehmens verdient im Monat 2000 €

Ein weiterer Arbeiter Y der selben Firma, verdient im Monat 4000 €

Die Gewerkschaft hat nun eine, wie sie sagt, gerechte und für alle Arbeiter gleiche Erhöhung des Bruttoeinkommens, von 5% ausgehandelt.

Jetzt erhält Arbeiter X – 100 € mehr im Monat und Arbeiter Y – 200 € mehr im Monat.

Demnach bekommt der Mitarbeiter Y, dessen Verdienst sowieso schon doppelt so hoch war, auch noch doppelt soviel an Geld zusätzlich, als Mitarbeiter X, der sich mit 100 € weniger begnügen muß als sein Kollege.

So schaut es also nach der Tariferhöhung aus:

Ein Arbeiter X eines Unternehmens verdient im Monat 2100 €

Ein weiterer Arbeiter Y der selben Firma, verdient im Monat 4200 €

Ist das also das Ziel, wenn man davon spricht, daß die Schere zwischen Arm & Reich immer weiter auseinander klafft? Daß man für die besser verdienenden Menschen mehr Geld aushandelt als für die, die weniger verdienen? Wie kann man mit so einem Satz auf Stimmenfang gehen und dann genau das Gegenteil machen?

Warum handelt man also nicht einen Festbetrag aus, der allen Mitarbeitern gezahlt wird? Würden alle Beschäftigten der Firma z.B. 150 € mehr verdienen, dann könnten sich auch alle Mitarbeiter über die selbe Lohnerhöhung freuen. Dann und nur dann, würde die Schere zwischen Arm & Reich, zumindest in dieser Firma nicht mehr, durch prozentuale Tariferhöhungen, immer weiter auseinander klaffen.

Vielleicht mal ein kleiner Denkanstoß für kommende Verhandlungen.

 

 

 

 

 

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: