Archiv der Kategorie: Musik

Gitarrengeschichten

Stimmung muß sein!

Viele Jahre nachdem sich der Rauch auf dem Wasser verzogen hatte, verlor ein Freund von mir seinen Vater. Nachdem er in das elterliche Reihenhaus zog, räumte er dort erstmal kräftig auf. Alles was nicht Niet und Nagelfest war, und oft auch dies, mußte weichen. Robuste Möbel, der Boden, Geländer und auch Wände wurden abgerissen und verschwanden. Platz wurde geschaffen. Ein neuer Fußboden verlegt. In diesem rauschartigen Aktivismus, entledigte er sich vieler Dinge, die es sicherlich wert waren, auch in Zukunft Beachtung zu finden.

Hin und wieder schien er jedoch zu ahnen, daß Wegwerfen nicht immer die beste Lösung ist. Oscar Teller Meisterwerkstätte im Gitarrenbau war eine dieser Ahnungen. Ich bin mir nicht ganz sicher, warum er mich angesprochen hat, andererseits denke ich, daß er mit meiner Wenigkeit, auch immer einen gewissen Bezug zur Musik verband. Auf jeden Fall frug er mich, ob ich mit der Akustikgitarre seines Vaters was anfangen könne. Ich sagte, bevor du sie wegwirfst, nehme ich sie.

So landete diese Konzertgitarre von Oscar Teller Modell 45 aus dem Jahr 1972 bei mir.

Es war genau wie damals. Ich hatte keine Absicht mir eine Gitarre zuzulegen. Die Gitarre fand den Weg zu mir, würde ich sagen. Diesmal nicht ganz so verzerrt wie damals, sondern mit einem klassischen Holzkorpus und somit für eine, musikalisch gesehen, andere Art von Musik. Nicht so rockig und geil, sondern klar und schön oder flexibel und mobil? Den Vorteil, keine Stromversorgung zu benötigen, den kann sie auf jeden Fall zu jeder Zeit ausspielen.

Der Zeitpunkt war jedoch auch, genau wie damals, sehr ungünstig. Ich steckte in schweren, gefühlsmäßig stürmischen Zeiten, die mir praktisch keine Chance ließen, mich auf die schönen und kreativen Dinge des Lebens zu konzentrieren. Nur deshalb, weil andere, vormals auch schöne Dinge des Lebens, einfach eine Art Eigenleben entwickelten und dabei ohne Rücksicht auf Verluste, eine Schneise aus vorgetäuschtem Haß, Lügen und Intrigen hinterließen.

So stand das gute Stück nun in meiner Wohnung und wartete geduldig darauf, daß sich jemand bereit erklärt, damit zu spielen. Doch es mußten erst viele Monde vergehen, bevor einer dieser Monde mich nicht schlafen, dafür aber die Musik und in diesem Fall, im besonderen die Gitarre, neu oder von mir aus auch anders, hören ließ.

Das Saxophon und das Klavier sind sicherlich auch toll, aber ich konzentrierte mich in dieser Nacht auf die Gitarre. Das Instrument, mit dem ich nie so richtig warm geworden bin, obwohl es mich schon immer gereizt hat. Wer sich fragt, um welchen Mond es geht, dem empfehle ich, sich diesen Artikel kurz zu Gemüte zu führen.

Nach dieser Nacht, schnappte ich mir die Gitarre und stellte relativ schnell fest, daß keine richtige Stimmung aufkommen wollte. Klar, das Ding wurde schon Jahre nicht gespielt und es war weit und breit niemand in der Nähe, der auch nur einen Hauch Ahnung gehabt hätte, für die richtige Stimmung zu sorgen. Und ganz abgesehen davon, war der Unterschied zwischen dem Knopflertönen und dem, was mir Oscar lieferte, schon erheblich. Doch ganz ehrlich, Stimmung muß sein, sonst bringt das alles nichts.

Der Entschluß stand fest. Ich wollte mich an dieses Instrument wagen. Motivierende Lieder kenne ich zur Genüge. Und ich möchte mich bitteschön nicht festlegen müssen, ob nun eine Akustiknummer von Juliane Werding oder Hannes Wader mit einem Stück der Onkelz oder Helloween verglichen werden kann bzw. irgendwas besser oder schlechter ist. Wer nicht begreifen kann, daß Musik so individuell ist, wie der freie Geist eines Paradiesvogels, der für sein Wohlbefinden ein harmonisches Umfeld zwingend nötig hat, um sich so entfalten zu können, damit man sein bezauberndes Gemüt wahrnehmen kann, der denkt auch, daß ZENSIERT.

Fortsetzung folgt…

Dynamitgeco

PS.: Wer bis hier her immer noch nichts mit Gefühlen, stürmischen Zeiten und Stimmung im Allgemeinen anfangen kann, der kennt bestimmt auch niemanden, der bei Jürgen von der Lippe im Publikum gesessen hat, sonst wüsste er bestimmt was mit Stimmung gemeint ist. 😉

Gitarrengeschichten

Rauch auf dem Wasser

Deep Purple – Smoke on the water

Es ist schon eine Weile her, als ich mir eine E-Gitarre samt Verstärker kaufte. Damals für Hundertfünfzig Mark von einem Bekannten, der knapp bei Kasse war. Es müsste ein Fender Stratocaster Nachbau gewesen sein, wenn ich mich recht entsinne, mit einem Verstärker von Ross, der einen integrierten Verzerrer an Bord hatte.

Er zeigte mir damals eine Handvoll Dinge und so konnte ich mich für das Instrument begeistern. Die Einführung oder auch das Intro des Liedes Smoke on the water von Deep Purpel war so ein Ding. Wenn ich bei ihm war, galt mein Interesse oftmals diesem Instrument. Nicht immer wollte er damit spielen oder gar seinen Besuch damit spielen lassen. Aber hin und wieder durfte ich mich daran probieren.

Eines Tages, ich war gerade bei seinem Bruder glaube ich, kam er zur Türe rein und fragte mich, ob ich seine Gitarre kaufen wolle. Sofort ging ich mit ihm in sein Zimmer und schaute mir Sie aus Käufersicht an. Er präsentierte sie nochmals ein wenig und spielte, sozusagen zum Abschied, ein bisschen mit ihr oder auf ihr herum, so daß ich mich dazu entschloß, ihm die Gitarre abzukaufen.

Als ich sie zu Hause hatte war ich dann doch etwas überfordert von dem guten Stück. Zudem hatte ich mir vorgestellt mehr Zeit zu haben, um damit zu spielen bzw. den Umgang damit zu erlernen.

So kam es wie es kommen mußte. Meine erste Freundin war ein begeisterter Trödler und eines Tages fragte sie mich, ob ich nicht Mal mitkommen wolle. Ich wüsste nicht was ich verkaufen solle, erwiderte ich und sie zeigte auf die E-Gitarre mit den Worten, du spielst doch sowieso nicht damit.

Ich ließ mich mit einem guten Rest an Unsicherheit darauf ein. Irgendwie hatte sie ja auch Recht mit dem was sie sagte. Mein Interesse galt eindeutig anderen Beschäftigungen als der, mit einer Gitarre zu spielen.

Sie nahm meine Gitarre an einem Samstag schon Mal mit, da am Sonntagmorgen Trödelmarkt auf einem großen Parkplatz in der Nachbarstadt war und sie ziemlich früh morgens schon hin wollte, um den Stand aufzubauen. Ich sollte dann dahin kommen, wenn der Markt offiziell Aufmachen würde.

Doch als ich um 7 Uhr in der Früh ihren Stand erreichte und nach meiner Gitarre fragte, sagte sie mir, daß sie schon verkauft war, bevor sie den Stand aufgebaut hatte, kaum daß sie ausgepackt war.

Ich wusste nicht, ob ich mich darüber freuen sollte. Ich hätte noch nichtmal gesehen, wer diese Gitarre gekauft hatte und eigentlich fand ich das Ding doch ziemlich cool. Eine Enttäuschung war es schon irgendwie, obwohl ich mein Geld, plus ein paar Mark Extra, dadurch in der Tasche hatte.

Ich kaufte mir keine neue Gitarre mehr und versäumte so etwas, das ich eigentlich lernen wollte.

Auf der Gitarre zu spielen.

Fortsetzung folgt…

Dynamitgeco

Pererê

Die Schiffe so nah‘ und Brasilien so weit. Vielleicht nächste Jahr zu gegebener Zeit…

Bis dahin muß etwas Musik ausreichen 😉

Ivete Sangalo – Pererê

Vierundzwanzig Stündchen

Die Antennen sind ziemlich lang geworden mittlerweile und das hat natürlich seinen Grund. Man muß schon auf dem 2 Meter Band sein, um weit entfernte Nachrichten empfangen zu können. Die Ultra kurze Welle im typischen Empfangsbereich reicht leider kaum bis zum nächsten Bundesland und schon gar nicht über die verschobene Reichsgrenze hinaus 😉 Und welcher Rebell wird sich schon einem Test unterziehen, nur um die Antennen zu kürzen.

Was auch immer man also mit langen Antennen empfangen kann, manchmal ist der Unterschied nur Vierundzwanzig Stündchen und alles ist anders. Ein neues Jahr bricht an, ein Lebensjahr geht zu Ende oder irgendwas anderes ist nur 24 Stündchen entfernt.

Was aber macht den Unterschied? Ist es die Jahreszahl oder das Alter, welches sich von heut auf morgen ändert oder ist auch das nur eine Täuschung? Es gibt sicherlich viel, was sich im Laufe eines Tages ändern kann und damit hat ein Jahreswechsel oder ein Geburtstag, wie rund er auch sein mag, sicherlich nichts zu tun. Denn die wichtigen Ereignisse, die dir das Gefühl geben können, es hat sich von gestern auf heute wirklich was getan, diese Ereignisse finden selten in weiser Voraussicht statt. Sie entstehen, wenn man seinem Gefühl Raum lässt und das Herz entscheiden darf, was richtig und was falsch ist.

Jamie Cullum – What A Difference A Day Made

hier ist noch eine schöne andere Version

Haltet eure Antennen auf Empfang, vielleicht bietet sich eine Herzensangelegenheit auch für euch und der Unterschied eines Tages könnte größer nichts sein…

Romantische Grüße

Dynamitgeco

Nachts Musik hören

Manchmal, wenn man Nachts nicht einschlafen kann, weil die Gedanken einem die Möglichkeit dazu einfach nicht lassen wollen. Wenn selbst das Gähnen die dringend nötige Schlafphase nicht einleuten mag. Dann wirken Lieder oftmals stärker, als sonst. Man kann sich besser hinein hören und das Lied hat es leichter zu einem durchzudringen, wenn man es denn auch abspielt 😉

Ich bin heute bei den Sultans of Swing gelandet und muß mir eingestehen, daß ich dieses Lied zwar kannte, jedoch nie so viel Gefallen daran hatte es zu hören, wie gerade jetzt um 2 Uhr in der Nacht.

Vielleicht ist es Nachts die Ruhe um mich herum, die mich nicht schlafen lässt, weil ich mich so besser selber höre und nicht permanent von anderen Dingen abgelenkt bin. Klingt irgendwie abstrakt und verkehrt herum, aber trotzdem ja, vielleicht ist genau das der Grund dafür, daß man Nachts nicht einschlafen, aber dafür entspannt und ruhig der Musik lauschen kann.

Genug Philosophie für heute. Macht ja eigentlich auch viel mehr Spaß im direkten austausch, als es nieder zu schreiben… Das philosophieren meine ich und auch das Musik hören 😉

Schlaft gut

Ein tolles Lied habt ihr ja jetzt.

Dynamitgeco

#22UhrNonMention

#22UhrNonMention oder Was ich dir noch sagen wollte und es nicht kann, weil die Situation ist wie sie ist und dennoch weiß ich, daß Du diese Nachricht lesen wirst und ja, sie ist für dich! 😉

Heinz Rudolf Kunze – Dein ist mein ganzes Herz

Dynamitgeco

PS: Vielleicht wäre #21UhrNonMention eine Alternative für Menschen, die früh zu Bett gehen, aber 22 passt eigentlich ganz gut 😉

Es muß aufhören

Es muß aufhören, genau das muß es. Genug ist genug!

Eric spricht mir aus der Seele. Ein gutes Lied zur rechten Zeit.

Eric Clapton – This has gotta stop

Eric Clapton spricht sich gegen irrsinnige Maßnahmen aus.

Eric Clapton: „Wenn es keine Regelung gibt, die es erlaubt, daß alle Menschen auf das Konzert kommen dürfen, dann behalte ich mir das Recht vor, die Show abzusagen.“

Viel Spaß beim zuhören

Dynamitgeco

Liebe ist ein Bumerang

Komm zu mir heute Nacht…

Alles fängt von vorne an…

Lieb mich jetzt nicht irgendwann…

Komm zurück, wenn du willst…

Wir warten doch schon viel zu lang…

Auf das was noch passieren kann…

Ohne dich fühle ich mich wie ein Blatt im Wind…

Spürst du nicht auch, daß wir zusammen unschlagbar sind?

Laura Wilde – Liebe ist ein Bumerang

Ist es nicht schön, wenn Gefühle so klar formuliert werden, wie in diesem Lied?

Da möchte man doch glatt ein Boot kaufen und das Meer bereisen, um diese Insel des Glückes zu finden, an der man für den Rest seiner Zeit vor Anker liegen kann. Und wer weiß, vielleicht mache ich das bald! Denn die Insel des Glücks, wird sicherlich nicht mit dem nächsten Hochwasser auf den Berg geschwemmt werden, den ich bewohne.

Auch wenn die Aussicht von oben gut ist, muß ich dazu doch zumindest mal wieder ins Tal hinab und bei der Gelegenheit kann man doch auch gleich am Wasser bleiben, wenn es sich einrichten lässt. So habe ich mir mir das zumindest mal gedacht. Vielleicht ist es da unten ja doch nicht voller böser Hexen, die einem nichts Gutes wünschen. Vielleicht findet sich eine gute Fee, die mir den Weg zur Glücksinsel verrät…

Einen lieben Gruß mit diesem tollen Ohrwurm wünscht euch

Dynamitgeco

PS: Wenn ich auch nicht das Meer bin, so wirst du doch immer meine Insel sein… 😉

Tief

Ein tiefes, unaufdringliches und entspanntes Lied. 😉 Rausgekommen im Februar 2009

Pedersen – Dybt (Kid Massive Edit)

Pedersen – Dybt (Kid Massive Re-Edit)

Es ist an der Zeit

Es ist an der Zeit

Weit in der Champagne im Mittsommergrün,
Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühen.
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht,
Im Wind der sanft über das Gräberfeld streicht.
Auf deinem Kreuz finde ich toter Soldat,
Deinen Namen nicht nur Ziffern und jemand hat
Die Zahl 1900 und 16 gemalt und du warst nicht ein mal
19 Jahre alt.

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
so wie sie es mit uns heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Hast du toter Soldat mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort wo es Frieden gibt,
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihen,
Warst Soldat um zu sterben nicht um jung zu sein.
Vielleicht dachtest du dir, ich falle schon bald,
Nehme mir mein Vergnügen wie es kommt mit Gewalt.
Dazu warst du entschlossen hast dich aber dann,
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan.

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
So wie sie es mit uns heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Soldat gingst du gläubig und gern in den Tod?
Oder hast du verzweifelt, verbittert, verroht?
Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß,
Ich hoffe es traf dich ein sauberer Schuß.
Oder hat ein Geschoss dir die Glieder zerfetzt,
Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt?
Bist du auf deinen Beinstümpfen weiter gerannt?
Und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand.

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
So wie sie es mit uns heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur,
Von deinem Leben, doch hör meinen Schwur,
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein,
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein.
Dann kann es geschehen, daß bald niemand mehr lebt,
Niemand der die Milliarden von Toten begräbt.
Doch längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit,
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit.

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
So wie sie es mit heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Hannes Wader – Es ist an der Zeit

Dynamitgeco

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