Moderne Flaschenpost

Wer hat sich als Kind nicht auch schon mal gedacht einen Brief zu schreiben,  ihn in eine Flasche zu stecken und dann ins Meer oder in einen Fluß zu werfen. Natürlich in der Hoffnung, daß die Flaschenpost weit reisen möge, in einem fernen Land gefunden wird und man eine Antwort erhält. Doch was schreibt man eigentlich in so einen Brief und in welcher Sprache? Die Welt ist doch so groß und nicht überall versteht man deutsch und kann es vielleicht gar nicht nicht lesen. Der Brief würde mit seiner mysteriösen Botschaft zu den Gelehrten des Volkes wandern, allein nur, um entschlüsselt zu werden. Doch wie soll die Antwort überhaupt zu einem zurück gelangen, die man sich doch erhofft. Auf die gleiche Weise wird es sehr wahrscheinlich nicht geschehen. Und abgesehen davon wäre der Inhalt des Briefes es überhaupt wert, daß man den Versender ausfindig macht. So betrachtet verliert die ganze verwunschene Idee der Flaschenpost doch relativ schnell ihren Zauber und vielleicht habe ich deshalb auch nie einen Brief in eine Flasche gesteckt, um diese dann in irgendein Gewässer zu schmeißen mit einem Gruß voll Hoffnung darin. Irgendwie hat man das ja schon immer geahnt, daß das nichts bringt, auch wenn man die Sache vielleicht nicht bis ins letzte Detail zerfleddert hat.

Und doch, es scheint einen modernen Weg zu geben, seine Botschaft in die Welt zu schicken. Durch Funkübertragungssysteme und Kabelstränge, die über die ganze Welt verteilt ein riesiges elektronisches Netz bilden, das Weltnetz. Hier werden die Botschaften über riesige Distanzen verschickt und stranden am Ende auf irgendeinem Rechner, welcher den Strand darstellt. Dort können sie dann mehr oder weniger durch Zufall oder einem Hinweis von verschiedensten Menschen gefunden werden. Moderne Übersetzungsprogramme übernehmen die Aufgabe der Dorfältesten und geben Auskunft über den Inhalt der Botschaft. Und jeder Neugierige, jeder Suchende und jeder glückliche Zufallsfinder kann die Flaschenpost so entschlüsseln und sich überlegen, ob er mit dieser Botschaft etwas anfangen kann. Bringt sie ihm einem Mehrwert? Beantwortet sie ihm eine Frage? Freut er sich über die Botschaft? Ist sie in irgendeiner Art und Weise wertvoll für den Betrachter? Wenn ja, dann sollte sich der Finder dieser Flaschenpost vielleicht überlegen, ob er dem Versender eine Rückmeldung gibt.

Ich habe es getan. Allerdings nicht ganz so modern, wie gerade beschrieben. Aber dennoch. Ich habe vor ein paar Monaten einen kleinen Zettel auf einer Wiese gefunden. Dieser Zettel hing an einem kleinen kaputten Fetzen eines Luftballons. Eine moderne Flaschenpost in Form eines Luftballon-Wettbewerbs. Das Mädchen hieß Franziska und hatte diesen Ballon bei einem Tag der offenen Tür, der Berufsfeuerwehr Trier fliegen lassen. Vielleicht war die Intention dieser Flaschenpost nicht die Gleiche, wie die oben Beschriebene, aber ein gewisser Grad an Hoffnung, daß der Ballon möglichst weit fliegen und man eine Antwort erhalten möge, war gegeben. Und genau aus diesem Grund, habe ich die Karte, an die angegebene Adresse zurückgeschickt und ich hoffe sehr, daß ihr genauso handeln würdet…

Sonst war eigentlich nichts weiter.

 

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Veröffentlicht am 29. Januar 2017, in Dynamitgeco, Leben. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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